„Risikoschwanger mit zwei Kindern zu Hause - wie soll das denn bitte gehen?“

 

Sechs Wochen? Wie hat er sich das denn bitte vorgestellt? Mit zwei Kindern zu Hause. Mein Mann ist tagsüber arbeiten, und wenn auch beide Kinder bereits bis mittags betreut waren, blieb mir immer noch ein halber Tag, an dem ich eigentlich nicht einmal aufstehen durfte. Die erste Woche versuchte ich mit Freunden zu überbrücken. Eine Freundin kam mit ihrer eigenen kleinen Tochter zwei Nachmittage rum und kümmerte sich um die Kinder, eine andere brachte das Essen vorbei. Doch selbst so ging es nicht - die beiden hatten schließlich auch ihr eigenes Leben mit eigenen Terminen und den Bedürfnissen ihrer eigenen Kinder, die befriedigt werden wollten. Außerdem gab es auch für mich eigentlich zahlreiche Wege zu machen: zur Schule, zur Spielgruppe, zum Sport von Jana. Noch dazu waren meine Kinder nicht in der einfachsten Phase. Jana war erst kurze Zeit in der Schule, für sie war alles neu. Sie hatte viel zu berichten, war leicht überfordert mit so vielen neuen Menschen, Regeln und Fächern und brauchte ihre Mutter. Und Paul steckte gerade in dieser Phase, in der alles Mögliche ausgetestet wurde. Manchmal schien es schlicht unmöglich, nicht hinterherzurennen um Schlimmstes zu verhindern. Das reinste Chaos!

 

Eine andere Mutter aus der Schule erzählte mir vom Notmütterdienst. Das war im ersten Moment aber garnicht meins. Jemand anderes, den ich nicht einmal kannte, sollte sich um meine Kinder kümmern? Ich war am Nachmittag immer daheim, machte alles mit den beiden, da fiel mir der Gedanke schwer. Aber nun gut, ich blieb realistisch. Ich durfte weder das Essen kochen, noch einen der beiden abholen. Also probierte ich es aus. Mit einer großen Portion Skepsis. Die war allerdings unnötig, wie ich schnell feststellen durfte.

 

Emilia holte am ersten Tag die Kinder gemeinsam mit meinem Mann ab, der sich extra freinahm. Aber irgendwie hatte sie gleich einen Draht zu den beiden. Selbst Paul, der bei Fremden oft erst etwas argwöhnisch guckt, stand abends neben ihr in der Küche und wollte unbedingt beim Abendbrot helfen. Ich war erleichtert. Eher für meine Kinder als für mich - denn mir war es nicht ganz so schnell recht, dass eine fremde Person durch mein Haus ging, während ich mir ziemlich blöd vorkam, so auf dem Sofa gefesselt. Aber auch ich fand mich dann doch schnell damit ab. Denn die Entspannung zuhause war für alle spürbar, und darauf kam es an. Ich hatte ein gutes Gefühl bei der Sache.

 

Und das brauchte ich auch. Musstet ihr schonmal sechs Wochen liegen? Das ist eine ziemliche Qual. Versteht mich nicht falsch - über einen ruhigen Abend auf der Couch würde ich mich sicher oftmals freuen - aber nicht, wenn man nichts anderes machen kann. Zwischendurch hatte ich das Gefühl, ich halte es nicht mehr aus.

Meine Kinder kamen mittlerweile besser mit der Situation zurecht als ich. Emilia kümmerte sich um alles, sodass die Tage reibungslos verliefen, für die Kinder war sie ebenfalls immer da, und die beiden konnten dennoch rund um die Uhr zu Mama - aufs Sofa. Aber ich konnte kaum zu den Kindern. Wollten die beiden mir ihre neue Höhle zeigen, die sie mit Emilia gebaut hatten, kostete mich das Aufstehen wirklich Kraft - und mehr als kurz mal gucken war nicht drin. Die Kinder merkten meine Anspannung natürlich, aber gemeinsam schafften Emilia und ich es, die Zeit für alle so angenehm wie möglich zu gestalten. Und wenn mir das Liegen auch wirklich an die Substanz ging, schaffte ich die sechs Wochen im Endeffekt sogar ohne die totale Krise zu bekommen.“

 

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*zum Schutz der Privatsphäre wurden alle Namen in diesem Artikel geändert.

 

 

  

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