Wenn die Eltern zum Pflegefall werden. Ein paar Tipps für pflegende Angehörige.

 

Mit dem Altern der eigenen Eltern und ihrer Hilfsbedürftigkeit gehen Angehörige unterschiedlich um. Während sich zahlreiche Senioren auch in für sie neuen Wohnkonzepten wohl fühlen können, ist es für viele Menschen eine schlimme Vorstellung, die eigene Mutter oder den eigenen Vater in ein Pflegeheim zu bringen. „Meine Eltern waren immer für mich da, und ihnen gefällt das Leben im Heim bestimmt nicht. Sie sollen es weiterhin gut haben. Und irgendwie bekomme ich das schon hin, oder?“ Was ein sehr nobler Gedanke ist, bringt in der Umsetzung und der Vereinbarkeit mit dem eigenen Leben viele Herausforderungen mit sich, die es zu meistern gilt. Da merkt man schnell, dass ein Tag tatsächlich nur 24 Stunden hat, und wieviele Dinge man eigentlich ohnehin managt. Natürlich könnt ihr das schaffen, da sind wir uns sicher. Aber es ist wichtig, den Überblick zu behalten.

 

 

Realistische Einschätzung und eine Umplanung des Alltags: Seid ehrlich zu euch.

Zeitliche und emotionale Kapazitäten sind begrenzt. Sie realistisch einzuschätzen hilft, mit der anspruchsvollen Situation umzugehen. Die richtige Einstellung - „Ich schaff das schon“ - ist zwar ein guter Ausgangspunkt, macht den Tag aber nicht länger. Einen Angehörigen zu pflegen, bringt eine Menge großer Veränderungen mit sich, die sorgfältig eingeschätzt werden sollten. Stellt euch zum Beispiel folgende Fragen und plant daraufhin: Wieviel Zeit habe ich neben der Arbeit, und was schaffe ich? Was kann ich umplanen und ggf. von zuhause aus erledigen oder welche Aufgaben kann ich abgeben? Eine gute Planung ist die halbe Miete, um sich an der neuen Situation nicht aufzureiben.

 

 

Das Gespräch suchen

Eine derartige Veränderung, die Entscheidung, die eigenen Angehörigen zu pflegen, kann das eigene Leben ganz schön auf den Kopf stellen. Da darf auch Redebedarf entstehen. Sprecht mit Vertrauten über eure Lage und holt euch, wenn möglich, Rat bei Freunden in ähnlicher Situation. Etwa jeder 17. Erwerbstätige pflegt laut Süddeutsche neben der Arbeit einen Angehörigen, viele sprechen jedoch nicht über ihre Lage und machen die Belastung mit sich aus, da ihnen die Situation unangenehm ist - etwas, das auch wir immer wieder von Klienten hören. Das muss nicht sein. Was ihr da macht, ist etwas Wundervolles. Ihr helft einem Familienmitglied und schenkt ihm eure Zeit und Mühe. Das ist anspruchsvoll und aufzehrend, und ihr verdient hierfür jede Hilfe, die ihr bekommen könnt. Deshalb ist auch das Gespräch mit dem Chef zu empfehlen, wenn ihr zusätzlich berufstätig seid. Vermutlich wird er mehr Verständnis für euch haben, wenn er eure Situation kennt, und im besten Fall könnt ihr gemeinsam nach Lösungsansätzen suchen, die euch entlasten und euch den Spagat zwischen Pflege und Beruf ermöglichen. 

 

 

Entlastung in Anspruch nehmen

Ihr macht einen großartigen Job. Aber auch ihr müsst mal durchatmen. Auch ihr werdet mal krank und müsst genesen, und auch euch darf das alles mal zu viel werden, Das Pflegestärkungsgesetz der Pflegereform 2016/2017 bringt für euch einige gute Nachrichten mit sich. Denn es erleichtert die Inanspruchnahme von Verhinderungspflege und Kurzzeitpflege. Eine detaillierte Übersicht findet ihr hier, zusammengefasst von pflege.de

Was bedeutet das für euch? Ihr könnt euch Entlastung holen, wenn ihr sie benötigt und werdet dabei unterstützt. Wer seine eigenen Eltern nicht in die Kurzzeitpflege geben möchte, kann Verhinderungspflege in Anspruch nehmen. Hier kommt beispielsweise eine Betreuerin in euer Haus und übernimmt für eine vereinbarte Zeit eure Aufgaben. Sucht auch hier das Gespräch. Wenn ihr hierzu Fragen habt: Unsere Mitarbeiter beraten euch gern einfach und unverbindlich zum Thema Verhinderungspflege und zur Inanspruchnahme. Ruft einfach durch unter 040 3611 19-0  (Mo.-Fr. 9-16 Uhr).

 

 

Achtet auf euch und vergesst eure eigenen Bedürfnisse nicht, auch wenn das in der aktuellen Situation nicht immer leicht fällt. Wer ausgeglichen ist und sich selbst nicht aus den Augen verliert, stabilisiert seine emotionalen Ressourcen und kann so effektiver und gelassener mit schwierigen Situationen umgehen.

 

 

 

 

 

Über uns

Der Notmütterdienst Familien- und Seniorenhilfe e.V. ist Ihr Ansprechpartner für Kinderbetreuung, Seniorenbetreuung und Firmendienste. Seit 1969 betreuen wir Familien und Senioren individuell und persönlich auf die jeweiligen Bedürfnisse abgestimmt.

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